Heute ist es regnerisch und kühl bei 20 Grad, ich laufe durch die Strassen des Küstendorfs The Entrance, der Name dürfte auch gleichzeitig die aufregendste Eigenschaft der Ortschaft sein. Beinahe wähne mich in einen anderen Land als dem sonnendurchtränkten Australien, und vielleicht ist es das, was mich zum ersten Mal ein Anflug von Reisemüdigkeit fühlen lässt. Sehr bald werde ich seit einem halben Jahr unterwegs sein, und die Strasse vor und hinter mir scheint lang. Das freut aber noch viel mehr als es ermüdet.
Der geplante kurze Zwischenhalt in Brisbane um ein Auto zu kaufen dehnte sich, wie wohl vorherzusehen war, mit den vielen Schwierigkeiten dieser Unternehmung in die Länge. Einen Land Rover Discovery, voll ausgerüstet inklusive Dachzelt, hatte ich bereits mit Handschlag gekauft, bevor ihn der glücklicherweise angeheuerte Mechaniker als Schrottlaube entlarvte. Gleich am nächsten Tag fand ich aber ein deutlich besseres Gefährt zum gleichen, relativ tiefen Preis, und bin seither mit einem Mitsubishi Pajero unterwegs. Wer gerade zu wenig zu tun hat oder was zu lachen braucht, der versuche zu googlen, wieso das gleiche Modell in spanischen Gegenden Mitsubishi Montero heisst. Das Überschreiben des Autos auf meinen Namen war ein bürokratisches Abenteuer, und meine Post landet jetzt in einem Hostel in Brisbane. Ziemlich stolz bin ich auf das Bett, das ich hineingebaut habe, mit der fantastisch freundlichen Unterstützung eines australischen Handwerkers, dessen Anzeige ich auf dem Internet fand und der mich an Heiligabend seine Werkzeuge benützen liess.
Nach 11 Tagen in Brisbane entschied ich mich loszufahren ohne dass schon alles organisiert ist, zum Beispiel wartet die grosse Stoßstange immer noch darauf montiert zu werden (ein Ding der Unmöglichkeit, einen Mechaniker zu finden über die Festtage) und besetzt meist das Bett.
Der geplante kurze Zwischenhalt in Brisbane um ein Auto zu kaufen dehnte sich, wie wohl vorherzusehen war, mit den vielen Schwierigkeiten dieser Unternehmung in die Länge. Einen Land Rover Discovery, voll ausgerüstet inklusive Dachzelt, hatte ich bereits mit Handschlag gekauft, bevor ihn der glücklicherweise angeheuerte Mechaniker als Schrottlaube entlarvte. Gleich am nächsten Tag fand ich aber ein deutlich besseres Gefährt zum gleichen, relativ tiefen Preis, und bin seither mit einem Mitsubishi Pajero unterwegs. Wer gerade zu wenig zu tun hat oder was zu lachen braucht, der versuche zu googlen, wieso das gleiche Modell in spanischen Gegenden Mitsubishi Montero heisst. Das Überschreiben des Autos auf meinen Namen war ein bürokratisches Abenteuer, und meine Post landet jetzt in einem Hostel in Brisbane. Ziemlich stolz bin ich auf das Bett, das ich hineingebaut habe, mit der fantastisch freundlichen Unterstützung eines australischen Handwerkers, dessen Anzeige ich auf dem Internet fand und der mich an Heiligabend seine Werkzeuge benützen liess.
Nach 11 Tagen in Brisbane entschied ich mich loszufahren ohne dass schon alles organisiert ist, zum Beispiel wartet die grosse Stoßstange immer noch darauf montiert zu werden (ein Ding der Unmöglichkeit, einen Mechaniker zu finden über die Festtage) und besetzt meist das Bett.
Über Neujahr blieb ich in Byron Bay, wo ich innerhalb einer halben Stunde gleich mal eine Parkbusse von über 200 Stutz kassierte - das viel zu kleine Halteverbotsschild stand in der nächtlichen Dunkelheit und auf der anderen Strassenseite. Byron ist eine Hochburg der surfenden, surfenden, sonnenbadenden, feiernden, surfenden Backpackerszene, wobei die einstmaligen Blumen im Haar weitestgehend dem Dollar in der Tasche gewichen zu sein scheinen. Die Strände sind prachtvoll und schluckten selbst über die überschäumende Sylvesterzeit die - wie es Silvie ausdrückte - Mengen von gesunden und gutaussehenden Menschen. Das Rüberrutschen am Strand bei Feuer und Musik wurde mir durch meine Roommates erleichtert, einer Bande von durchgeknallten, versoffenen, urkomischen, gutherzigen - halt eben urenglischen - Cricketfans. Die schmachvolle Niederlage der englischen Mannschaft in den diesjährigen Ashes rächten wir alsbald am Strand bei meinem ersten Cricketmatch, nach offiziellen Regeln wäre ich aber schiins für meine falsche Wurftechnik verhaftet worden. Ich war extrem nahe dran, der überwältigenden Mehrheit zu folgen und auf ein Surfbrett zu steigen, vorwiegend nicht so super Wetter und Wellen haben dieses Vorhaben aufgeschoben und ich begnügte mich mit einem kurzen Ausritt auf einem stand up paddle board. Im Gegensatz dazu ein echtes Vergnügen war es, mit der fürchterlich musiktalentierten, mit zwanzig schon weltklugen, muffinanbetenden, stets auf angeblich langsamen Bernern rumhackenden Silvie unterwegs zu sein, und Sara würde ich als kleine Schwester adoptieren.
Entfernt des grossen Trubels durchatmen liess mich das friedliche, charmante, tropisch heisse, moskitoverseuchte, alternative Bellingen und der Dorrigo Nationalpark mit Dangar Falls. Mit der in Sydney lebenden Jami, ursprünglich aus Taiwan und chinesische Heilmedizinerin, gings danach zurück an die Küste zum magischen Treachery Camp bei Seal's Rock. Dem Ausflug auf unbefestigten Strassen zum Wallingat River und Wonga Lookout folgte ein platter Reifen. Als der Ersatzreifen nach 10m auch den Geist aufgab und das Rad komisch blockierte, ahnte ich Böses. Stellt sich heraus, dass beide Felgen zerstört sind. Die Roadside Assistance wollte mir nicht helfen weil ich zwei platte Reifen habe, die Vollkaskoversicherung (man bemerke meine sicherheitsbedachte Planung) weil sie nicht für mechanische Pannen zuständig ist. Also mussten wir in einem kleinen Kaff ohne Unterkunft übernachten, wobei die liebe Jami die Chance hatte sich per Mitfahrgelegenheit aus dem Staub zu machen und mir stattdessen eine ständige Aufheiterung blieb. Das Bett als Retter in der Not wurde etwas abgewertet durch den fürchterlichst vorstellbaren Platz über Nacht: direkt vor einer Bäckerei. Am nächsten Morgen fand ich zuerst zwei Zecken in Nacken und Schulter, dann liess ich das Auto 25km in die nächste Stadt abschleppen, wo es mit viel Glück innert kurzem und auch noch relativ billig repariert wurde, so dass ich auf dem 45km enfernten Campingplatz mein Zelt und Rucksack einsammeln konnte, ohne Autostopp zu machen. Schuld an der Episode ist der Verkäufer des Autos, schimpft sich Mechaniker aber zieht die Schrauben nicht fest beim Wechseln der Bremsklötze.
In Port Stephens fanden wir die mit 2500 Hektaren grösste Wanderdüne der südlichen Hemisphäre, Wolken verhinderten das erhoffte Sonnenuntergangspektakel ähnlich demjenigen in den White Sands von New Mexico.
Den Plan, mit Chünig Ende Februar von Dubai nach Muskat zu fahren habe ich inzwischen schweren Herzens aufgegeben, dafür hätte ich durch ganz Australien hetzen müssen. Oman habe ich aber noch nicht ganz abgeschrieben, und nach längerer Überlegung fragte ich meine super Chefs bei Glaux Soft für noch etwas mehr Zeit an, was sie mir auf liebenswürdige Weise gewährten. Ich komme also höchstwahrscheinlich erst Mai oder Juni zurück anstatt April...
Bilder von zwischen Brisbane und Sydney.

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