Die Outer Banks sind eine Kette von langezogenen Inseln vor der Küste North Carolinas, nicht viel mehr als Sandbänke, die nicht (nur selten) überflutet werden. Eine gut ausgebaute Strasse, Brücken und zwei Fähren verbinden die Inseln untereinander und mit dem Festland. Die Dünen der Insel Ocracoke haben Piraten (Blackbeard fand hier sein Ende), Schiffbrüchige und ab 1750 auch Siedler aufgenommen, manchmal geben sie ein paar verblichene Überreste wieder frei. Im Restaurant Dajio will niemand die letzten Aufräumarbeiten übernehmen, weil die im Hinterhof begrabene ehemalige Besitzerin des Hauses dann jeweils erscheint. Diese Schauergeschichten spielen in einer schaurig schönen Landschaft von meilenlangen Stränden, die viele Touristen anzieht, für mich aber vor allem anhand von zwei kaltduschenden, abgelegenen Zeltplätzen geglänzt hat. In einem zauberhaften Moment sind im Sonnenaufgang zwei Delphine nahe des Ufers vorbeigeglitten. Einmal etwas über dem Horizont brennt die Sonne hier kräftig, und einmal darunter erscheint ein sternenhimmlisches Spektakel. Beidem begegnet man am Besten mit weggelassenem Aussenzelt. Meine freundlichen Nachbarn E.J. und ihre Tochter Colleen haben mich herzlich und zwerchfelllastig unterhalten, ansonsten bin ich aber auch erstaunlich vielen Campern begegnet, die nicht einmal zurückgrüssen.
Wieder auf dem Festland fühlte ich mich verpflichtet, der Stadt New Bern wenigstens einen kurzen Besuch abzustatten, und dort jedem mitzuteilen, dass ich Berner bin. Begrüsst wurde ich von einem langen Messer im Gras und einer sehr verwirrten älteren Sozialhilfebezügerin. Danach stellte sich New Bern aber mehr und mehr als beschauliche kleine Stadt heraus, in der das Berner Wappen allgegenwärtig ist. Vor lauter Heimatgefühlen habe ich meine Kreditkarte im Restaurant liegen gelassen, sie aber von meinen B&B Gastgebern Sharon und Richard in liebenswürdigster Weise abgeholt und nachgeschickt erhalten.

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