Dienstag, 4. Februar 2014

Bewohnbar

Melbourne stand 2013 zum dritten Mal in Folge zuoberst auf der Liste der world's most liveable cities.  Natürlich kann da was nicht ganz stimmen, wenn Zürich vor Bern rangiert...;) Auf jeden Fall ist es kaum möglich, sich dem Charme der schnellst wachsenden Stadt Australiens zu entziehen, Festivals und Konzerte mit nahtlosem Übergang zu Strassenmusikern, Standup Comedy (in der Stichprobe 10mal besser als dasselbe in New York), Museen und Sportanlässe, viel Grünfläche, beinahe gute öffentliche Verkehrsmittel, Strand und Wärme aber doch vier Jahreszeiten (manchmal innerhalb eines Tags, ein cool change senkt Temperaturen um 10 grad innerhalb weniger Minuten), hier ist alles los. In der Nunnery, einem zum stimmungsvollen Hostel umfunktionierten ehemaligen Ordenshaus wo die "Nonnen" jetzt Bartouren organisieren, suchte so gut wie jeder Novize Arbeit und Wohnung, und beides ist nicht leicht zu finden. Gaststätten erhalten über hundert CVs wenn sie einen Job ausschreiben, und dies obwohl scheinbar an jeder Ecke ein Café oder Restaurant herbeiwinkt. Die Nunnery liegt direkt gegenüber der Carlton Gardens, die das spannende und visuell reizvolle Melbourne Museum umgeben. Im Park untergebracht sind ausserdem ein Tennisclub, ein laufschuhezerfetzender Basketballplatz (es lebe der Sekundenkleber) und eine Menge Weg zum Joggen, der perfekte Ort um meine Fitnessabnahme und Ranzenzunahme zu stoppen.
 
Nach der Nervenschlacht im Final der Aussie Open und der beeindruckenden Leistung Wawrinkas war der Cricketmatch zwischen England und Australien eher langweilig, da eine sehr einseitige Angelegenheit zugunsten der Einheimischen. Ende des Spiels traf ich unter den 65'000 Zuschauern einen Aussie, den ich vor ein paar Monaten von New Orleans nach Austin gefahren hatte - kleine Welt. Captain Dan war leider schon zurück auf der Red Sky Night an der Ostküste und versucht dort nach zwei Jahren Segeln seine Finanzen wieder auf festen Grund zu setzen.
 
Gerade habe ich gelesen, dass The Cat Empire, notabene beste Live-Band der Welt und aus Melbourne, dieses Jahr am Gurtenfestival auftritt - don't miss it!
 
Vorgestern flog ich nach Hobart in Tasmanien, wo ich Nitya und ihren 9jährigen Sohn Kailash besuche, denen ich in Fiji begegnet bin. Mein Auto konnte ich leicht ausserhalb Melbourne bei Nitya's Mutter abstellen (ist nötig weil sie spinnen mit den Parkgebühren). Sie rief mich auf dem Handy an und bot mir auch gleich noch an bei ihnen zu übernachten wenn ich in einer Woche nach Melbourne zurückfliege, dies obwohl sie mich noch nie gesehen hatte. Ich ziehe es zwar vor zurück in die Nunnery zu gehen, die australische Hilfsbereit- und Gastfreundschaft (mal abgesehen von der Sippe um Premier Tony Abbott) ist aber eine einzige Wucht.
 
Einige Bilder von Melbourne hinzugefügt.

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