Die Landschaft im Südwesten der USA macht ein schnelles Vorwärtskommen schwierig. Nicht vorwiegend wegen einer kurvigen Strasse, sondern weil man alle paar Meter anhalten möchte, um die ständig wechselnde Kulisse zu geniessen, oder weil man plötzlich unverhofft neben dem Very Large Array durchfährt (für einen Astrophysiker ungefähr, was der Petersdom für einen Katholiken). Leider wird dies durch die Monsoon Saison (ja, das wusste ich nicht, dass es die hier gibt) in den letzten Tagen erschwert, heute war der Zion National Park wegen Überschwemmungen gesperrt. Den gewaltigen Grand Canyon konnte ich vor ein paar Tagen zwischen Wolkenbrüchen trotzdem bestaunen, auch wenn ich auf der 26.5km Wanderung runter zum Colorado River und wieder hoch (ca. 1400 Höhenmeter, die umgekehrte Reihenfolge von Auf-/Abstieg war spannend) eher raste als rastete, nachdem mir eine entgegenkommende Rangerin vom aufgrund Überflutung gesperrten Trail am Vortag erzählt hatte. Die nicht ganz fünf Stunden, die ich schliesslich unterwegs und meistens durchnässt war, haben auf jeden Fall etwas von meinem Sportmanko abgebaut. Das frostig nasse Zelten im Park war danach nicht mehr sehr attraktiv, ich überliess die Reservation vier Österreichern und kehrte zum sympathischen Hostel in Flagstaff zurück, wo die solo und outdoorsy Travellers zum ersten Mal auf meinem Trip den grösseren Teil der Gäste ausmachten. Einer davon war der 21jährige Yusuke aus Japan, der den Film "Into The Wild" über 300mal gesehen und daraus sowohl seine Lebeneinstellung (wilder Camper und Hiker, will nach Alaska), als auch seine für Japaner erstaunliche Aussprache hat. Er war schon in 39 Ländern, verdient sich seine Reisen mit Nachtarbeit (am Tag studiert er) und niemand zu Hause weiss davon, sein Handy ist jeweils monatelang 'kaputt'. Seine ungemein wissensbegierige, intelligente, aber auch stereotypisch bescheidene Art ermöglichten einen für mich faszinierenden Austausch über kulturelle Unterschiede und wie wir mit unseren Erfahrungen umgehen. Solche Begegnungen sind bestimmt einer der besten Gründe zu reisen. - Und soeben hat sich herausgestellt, dass wir im gleichen Motel untergekommen sind, super Zufall. Morgen wird ein neuer Versuch Richtung Zion gestartet.
Die Karte kann ich leider nur mit einem Computer und nicht mit dem Handy updaten, sie ist deshalb nicht immer ganz synchron.
Die Karte kann ich leider nur mit einem Computer und nicht mit dem Handy updaten, sie ist deshalb nicht immer ganz synchron.

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